Gestern war ein feiner Tag - nicht nur weil Weihnachten war.
Wie schon vielerorts beschrieben geht es nicht nur um diese 10 bis 15 Minuten des Geschenkverpackungsaufreissens, sondern um all das, was die Weihnachtszeit so mit sich bringt.
Als heimatloser Student kehrt man an alte Wirkungsstätten zurück, hat Zeit, in sich zu Ruhen, sieht alte bekannte wieder, schnuppert wohlige Düfte, die einen an allerlei erinnern und kann einfach mal die Seele baumeln lassen.
Auch gestern war einer dieser Tage.
Nachdem ich mal wieder ansatzlos 13Stunden geschlafen hatte, ohne auch nur ein einziges Mal wach zu werden - der Abgelegenheit und absoluten Stille seis gedankt - wartete trotzdem noch ein für darbende Studis opulent gedeckter Fürhstückstisch auf mich.
Nach ausgiebigen Gefölle beschloss Fabulous Fabsen das fabulöse Wetter zu nutzen,
um das Haus zu verlassen
und wie in alten Tagen am Bach
und im Wald

umherzustreifen.
So sehr ich Hektik liebe und brauche, und so gerne ich auch Menschen um mich habe, jeder braucht ab und an eine kleine Dosis Abgeschiedenheit, ganz mit sich und seinen verqueren Gedanken allein.
Querfeldein, vorbei an all den bekannten Plätzen.
Hier mein Staudamm, da meineAngelstelle, dort meine Insel, drüben mein Baum, im Wald meine Höhle.
Ich kam schlammig und nass nach Hause und meine Mutter polterte, weil ich meine Kleidung und inzwischen ach den frisch gewienerten Flur eingesaut hatte.
Schön, dass sich manche Dinge noch nicht geändert haben.
Meine kurze Reise in die Einsamkeit war beendet und das geschäftige Weihnachtsfest konnte beginnen - gestärkt von der Zeit mit mir selbst.
Ich möchte am liebsten auf einem Turm wohnen.
Täglich im Leben drunten ein Bad nehmen, untertauchen, und dann wieder hinaufsteigen auf sein Luginsland, sein au dessous de la vie.
Morgenstern
Die Einsamkeit ist zum Genusse des eigenen Herzens un der Liebe nötig. Wer aber Erfolg haben will, muss sich in der Welt getummelt haben.
Stendhal
Verkehr als Genuss. - Hält sich einer, mit entsagendem Sinne, absichtlich in der Einsamkeit, so kann er sich dadurch den Verkehr mit Menschen, selten genossen, zum Leckerbissen machen.
Nietzsche